Dienstag, 16. Februar 2010

13.2.2010 Das Jahr des Tigers


Packen. Es gibt einiges zu verteilen. Noch einmal fix einkaufen/shoppen in der Nähe.

Beijing kauft Silvesterknaller. Schlangen vor den Geschäften. Ein glückliches Paar trägt einen großen Karten voll Knaller nach Haus. Es knallt schon den ganzen Tag. Die Raketen sind wesentlich cleverer. Meist große Kartons mit mehreren gestaffelten Raketen, die sehr professionell aussehen. Böller werden in Gestelle gesteckt, nur einmal angezündet kommen dann gleich ein Dutzend Explosionen. Überhaupt sind die Chinaböller größer, unwahrscheinlich laut und hell.

Die normalen Restaurant sind fast leer, die gehobenen Restaurants schon voller. Wir haben unser Abschlussessen in ersterem. Die Besitzerfamilie hat sich versammelt und schaut die offizielle Silverstergala im Fernsehen. Es läuft viel vom bekannten Feel-Good-Patriotismus. Auf dem Familienaltar werden Räucherstäbchen angezündet, ein Bündel Räucherstäbchen auch unter einem Gästetisch. Wir erhalten Snacks (Bonbons, Sonnenblumkerne, Orangen). Die Familie vernichtet ebenfalls Sonnenblumkerne, eine schicke Geräuschkulisse.

Über die letzten Tage wurde alles festlich geschmückt - rote Lampions, Nationalflaggen, Spruchbänder.

Mit Einbruch der Dunkelheit ab ca. 18 Uhr nimmt es merklich zu, um sich bis 24 Uhr zu steigern. Das Ganze ist also weniger punktuell als in Deutschland. Es ist eben nicht so, dass 0.05 Uhr ganze Häuser auf die Straße strömen. Von Ferne ist es ein lautes, tiefes Grollen und Knallen, das sich über Stunden streckt. Darüber mischt sich ein höheres Zischen von Raketen aus der Nähe. Absoluter Höhepunkt von 23.40 Uhr bis 0.10 Uhr. Man könnte meinen, es handele sich um ein offizielles Staatsfeuerwerk, aber weit gefehlt. Am gesamten Horizont funkelt es, mal nah, mal fern. Am nächsten Morgen kaum eine Spur mehr, fast alles weggekehrt. Weltenbrand dann wohl ungefähr so.