Wer in Peking nicht nur zum Shoppen ist, geht in Museen. Der Informationsgehalt dort ist allerdings geringer als z.B. in Museen europäischer Länder. Das liegt vor allem an zu wenig Text. Nicht alles wird auf Englisch übersetzt, oft nur die größten Infotafeln zu Beginn großer Abteilungen. Das Englisch ist meist nur begrenzt verständlich. Auch Prospekte, die jedes Ausstellungsstück erklären würden, gibt es nicht. Aufwändige Modelle, Animationen, Grafiken, Multimedia etc. ebenfalls meist nicht. Die Eintrittspreise sind vergleichsweise hoch, jedenfalls relativ zu allen anderen Kosten. Geheizt wird nicht immer, gerade in Tempelanlagen ist es im Winter entsprechend eisekalt. Jacken und Rucksäcke werden anbehalten, Garderoben oder Schließfächer nur in Hauptstadtmuseum. Fotos darf man freudig schießen, eine Abgabe von Elektronik gibt es nicht.
Museumskultur, die man aus Europa kennt, will sich nur selten einstellen. Obwohl die Museen sehr weitläufig sein können (z.B. militärhistorisches Museum), gibt es keine Museumscafes. Wege muss man oft doppelt ablaufen. Deprimierend ist der Pekinger Zoo. Die Museen schließen kategorisch 17 Uhr.
So gesehen sind Museen zwar immer mehr oder weniger lohnenswert, Bildung findet aber wenig statt und die Identitätsfindung steht auf tönernen Füßen. Tempel und Parks sind die eigentlichen Schmuckstücke.
Positive Beispiele sollen aber nicht unerwähnt bleiben. Das Museum Xu Beihong ist sehr informativ und hat auch einen überdurchschnittlichen Shop. Das Stadtmuseum in einem lohnenswerten Neubau ebenfalls eher mit Europa vergleichbar. Die Gallerien im Künstlerviertel "798". Das militärhistorische Museum zumindest für inhaltlich Interessierte. Nationales Kunstmuseum (Kalligraphie/Wechselausstellung).